Kunstsammlungen Chemnitz

Großstadt,
Planstadt, Stadt der Zukunft

Kaum eine Stadt in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten einem so steten und tiefgreifenden Wandel gegenübergesehen wie Chemnitz. Die heute drittgrößte Stadt Sachsens besitzt mit dem Schlossbergmuseum ein Haus, welches die bewegte Geschichte der Stadt lebendig werden lässt.

Von einer bevölkerungsreichen Großstadt während der Industrialisierung, über starke Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau als sozialistische Planstadt Karl-Marx-Stadt, hat Chemnitz viele Facetten durchlebt. Das Museum für Stadtgeschichte zeigt sie nun mit Hilfe von vier neuen Tastmodellen.

In den Räumen der Kloster- und Schlossanlage auf dem Chemnitzer Schlossberg flankieren die inkl-Modelle bereits vorhandene Stadtmodelle und machen so die Ausstellung ein gutes Stück inklusiver.

Die vier taktilen Stadtmodelle zeigen die jeweilige Bebauung um 1500, um 1930 und 2020. Eines der Modelle ist ein Planungsmodell aus dem Jahr 1960. Es dokumentiert die Vorstellungen der Städtebauer*innen für die Errichtung einer Idealstadt nach den Maßstäben einer sozialistischen Gesellschaft.
In ihrer Parallelität sind die Modelle die ideale Erweiterung der bereits vorhandenen Darstellungen und bieten blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen die Möglichkeit, die Stadtentwicklung Chemnitz vom kleinen Handelsplatz zur geschäftigen Großstadt, taktil nachzuvollziehen.

Auf jedem Tastmodell wurde im Grundriss die flächige Stadtausdehnung taktil hervorgehoben und bauliche Konstanten wie das Rathaus, Jakobikirche, der Rote Turm, Johanniskirche und das Kaufhaus Schocken als 3D-Modelle aufgestellt. Sie dienen im Straßenverlauf als Fixpunkte zur Orientierung.

Im Eingangsbereich haben wir außerdem ein Tastmodell des Schlossberg-Areals entworfen und produziert. Darauf sind das Schloss und die Klosteranlage als vollplastisches 3D-Modell taktil erfahrbar. Verschiedene Materialien bilden erhaltene beziehungsweise rekonstruierte Gebäude im Kontrast zu zerstörten Bauten ab.

Für die bessere Orientierung innerhalb des Gebäudes steht darüber hinaus ein mobiler Tastplan bereit, mit dem die Besucherinnen und Besucher sich selbstständig und unabhängig im Museum bewegen können.

Tastmodelle im Raum

Das Foto zeigt einen Ausstellungsraum des Schlossbergmuseums Chemnitz. Fußboden und Decke sind aus Holz gefertigt, weiße Wände unterteilen den großen Raum in verschiedenen Bereiche. Im Vordergrund steht eines der vier Tastmodelle auf einem weißen Metalltisch. Ein Besucher ist schemenhaft links und rechts des Tisches zu erkennen. Er betastet das Stadtmodell.
Foto eines der taktilen Stadtmodelle von einer Ecke des Tisches aus aufgenommen. Im Vordergrund daher ein vergrößertes Detail des Modells in orangenem Farbton. Es zeigt beispielhaft die damalige Größe und Anordnung der Bebauung von Chemnitz. Im Hintergrund ein weiteres Modell der Stadt in einer großen Glasvitrine sowie eine Wand mit Gemälden.
Zwei Detailfotos: Links eine Beschriftung des Modells – das Wort „Rathaus“ als kontrastreiche, tastbare Beschriftung und in Brailleschrift. Rechts einige Häuser als vergrößertes Detail.
Ein Ausstellungsraume des Schlossbergmuseums in dem ein älteres Stadtmodell in einer großen Glasvitrine gezeigt wird. In unmittelbarer Nähe zu diesem Modell unter Glas die vier Tastmodelle von inkl.Design, die zum Anfassen einladen.
Eines der tastbaren Stadtmodelle in einem Ausstellungsraum. Im Hintergrund Gemälde an den Wänden. Ein Besucher, der nur schemenhaft erkennbar ist, betastet die deutlich erkennbare Kirche St. Jacobi auf dem Stadtmodell.
Detailaufnahme: Bei jedem der vier Tastmodelle wird an einer Ecke des Modells ein vergrößerter Ausschnitt der Bebauung dreidimensional dargestellt. Dieses Foto zeigt die Bebauung des Jahres 1930.
Blick in einen Ausstellungsraum, in dem eines der Tastmodelle und ein älteres Modell unter Glas nebeneinander stehen. Im Hintergrund weitere Ausstellungsstücke.

Studiofotos

Das taktile Stadtmodell des Jahres 2020 in einer Gesamtansicht. Die Basis bildet ein tastbarer Grundriss. Darauf sind einige Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie Rathaus und Jacobikirche, als dreidimensionale Gebäude verortet. Sie sind kontrastreich aus einem tiefschwarzen Material hergestellt. In einer Ecke des Modells ein dreidimensionales Detail der Bebauung, ebenfalls kontrastreich in orange. Umlaufend ist eine kontrastreiche Beschriftung zu erkennen. Das Modell ruht auf einem weißen Metalltisch mit orangefarbenen Akzenten.
Detailabbildung der tastbaren Beschriftung. Hier das Wort „Chemnitz“.
Eine Großaufnahme zeigt zwei Hände, die die Ecke des Modells abtasten, an der ein dreidimensionales Detail der Bebauung zu finden ist. Deutlich erkennbar ist der Unterbau: Ein weißer Metalltisch mit der Gravur „inkl. design“, darauf eine ebenfalls weiße Wanne aus Metall, die das Modell trägt. Zwischen den beiden eine orangefarbene Platte.
Eine Detailaufnahme zeigt den tastbaren Grundriss und die ebenfalls tastbare Beschriftung eines der Modelle.
Zwei Hände, von rechts ins Bild kommend, betasten eines der Modelle.
Detailaufnahme der tastbaren, dreidimensionalen Gebäude vom Rathaus und Jacobikirche.
Nahaufnahme des vergrößerten Details der Bebauung, das sich in der Ecke eines jeden Modells befindet. Hier das Modell der Planstadt von 1964, das ein Hochhaus und eine Kongresshalle zeigt.
Eine Hand, von links ins Bild kommend, betasten die Beschriftung des Modells der Planstadt von 1964.

Inklusion im Detail

Detail der tastbaren Beschriftung „Roter Turm“, auch in Brailleschrift.
Finger tasten eine Braille-Beschriftung. Im Hintergrund unscharf das Tastmodell.
Nahaufnahme des taktilen Grundrisses, der jeweils die Basis des Tastmodells bildet. Hier im Bild in orangenem Farbton herausgehoben, der Ausschnitt innerhalb des Grundrisses, der jeweils in der Ecke des Tastmodells als dreidimensionales Detail gezeigt wird. Eine taktile Punktlinie verbindet Ausschnitt und dreidimensionales Detail.
Zwei Detailaufnahmen, die den Verlauf des Flusses Chemnitz auf dem taktilen Grundriss zeigen. Der Fluss ist in blauer Farbe hervorgehoben und durch tastbare Wellenlinien taktil nachvollziehbar.
Detailaufnahme der Gravur „inkl. design“ auf dem weißen Tisch, der das Modell trägt.

Taktiles Begleitmedium

Auf dem Bild sind fünf taktile Karten zu sehen. Eine Karte im Vordergrund wird von einer Hand aufgeschlagen. Auf der ersten Seite ist ein taktiler Lageplan abgebildet.
Eine Nahaufnahme eines taktilen Lageplans des Gebäudes. Man erkennt den taktile Druck der Schrift und Brailleschrift.
Es sind vier aufgeschlagene mobile Karten abgebildet. Sie haben verschiedene Seiten geöffnet. Man erkennt taktile Schrift und einen tastbaren Grundriss.

Projektdetails

Projektumfang: Didaktikkonzept zur Vermittlung der Ausstellungsinhalte an blinde und sehbehinderte Menschen, Moderation und Organisation von Fokusgruppen-Workshops, Konzeption und Umsetzung der Tastmodelle inklusive Produktdesign, 3D-Daten-Erstellung, Grafikdesign, Produktionsbetreuung und -überwachung
Links eine Aufnahme aus dem Büro von inkl.Design: das Team begutachtet eines der dreidimensionalen Modelle.
Die Grundplatte eines Tastmodells liegend auf einer Holzpalette – Vorbereitung für den Transport.
Das Foto zeigt zwei Hände, die mit einem Werkzeug die Grundplatte eines taktilem Modells bearbeiten.
Orangefarbene Spanngurte beschriftet mit inkl.Design liegen auf dem Asphalt, im Hintergrund ein Auto.
Eine Mitarbeiterin von inkl.Design in einem hellen Raum in dem mehrere der weißen Metalltische stehen. Sie arbeitet am Zusammenbau der Tische.
Zwei Mitarbeitende von inkl.Design in einem Transporter. Sie verladen die Modelle.
Eine Nahaufnahme der taktilen Grundplatte eines Modells. Deutlich erkennbar verschiedenen tastbare Strukturen und Farben.
Nahaufnahme eines der dreidimensionalen Gebäude in einem matten, dunkelgrauen Farbton.
Ein Mitarbeiter von inkl.Design beim Aufbau des Tastmodells vor Ort im Museum.
Mehrere der schwarzen dreidimensionalen Gebäude liegen auf einer Folie.
Eine Aufnahme von oben zeigt vier taktile Grundrisse der Tastmodelle im Quadrat angeordnet auf einem großen Tisch.
Gregor Strutz von inkl.Design befühlt mit zufriedenem Gesichtsausdruck eines der Tastmodelle im Museum.
Gregor Strutz von Inkl Design testet ein drehbares Tastmodell im Museum.