KZ-Gedenkstätte Dachau

Erinnern und Gedenken

Die KZ-Gedenkstätte Dachau setzt mit einem neuen Konzept ein politisches Zeichen für Vielfalt und geht zum 75. Jahrestag der Befreiung einen wichtigen Schritt in Sachen Inklusion. Menschen mit Einschränkungen – auch sie gehörten bis 1945 zur Gruppe derer, die an diesem Ort unermessliches Leid erfuhren – können sich heute das Gelände mit Hilfe eigens konzipierter Medien eigenständig und autark erschließen.

Das Kernstück unserer Arbeit in Dachau ist ein neuartiges Tastmodell aus Metall, welches einen Überblick über die Gedenkstätte heute und die Ausdehnung des KZ-Geländes im Jahr 1945 ermöglicht.

Vorteilhaft an diesem für alle Menschen gleichermaßen leicht zugänglichem Modell ist nicht nur ein verschließbarer Klapp-Mechanismus, der den Aufbau auch in Außenräumen schützt, sondern auch eine farbige Darstellungen der Gebäude, die es auch sehbehinderten Menschen leicht macht zu erkennen.

Begleitend informiert ein taktiles Medium, welches beim Rundgang mitgeführt werden kann.

Mit Audiobeschreibungen, Brailleschrift, tastbarer Profilschrift und Texten in Kontrasten für Sehbehinderte in Deutsch und Englisch macht es bei einem Besuch der Gedenkstätte Unfassbares begreiflich. Dem in seinem Ergebnis in Deutschland bisher einzigartigen Projekt ging ein aufwendiges Ringen um die beste Lösung voraus, viele Beteiligte in der Jury, darunter Vertreter des Comité International de Dachau, gaben der Entscheidung für das inkl.Design-Konzept Gewicht.

Foto der beiden installierten Tastmodelle vor dem Eingang zur KZ-Gedenkstätte Dachau

Blick auf die Tastmodelle

Foto eines Tastmodells mit Übersicht der heutigen Gedenkstätte einschließlich taktiler Beschriftungen in Braille und Profilschrift
Detailfoto eines Tastmodells mit sich im Vordergrund befindlichen Wachtürmen des KZ
Detailfoto eines Tastmodells mit sich im Vordergrund befindlichen Wachtürmen des KZ
Detailfoto eines Tastmodells mit Gebäuden des ehemaligen KZ, die durch einen Finger abgetastet werden
Detailfoto eines Tastmodells mit Darstellung diverser Gebäudekomplexe des ehemaligen KZ

Renderings

Foto der Gesamtansicht beider Tastmodelle als Rendering (visuelle Darstellung)
Ein Rendering des Tastmodells im Aussenraum

Taktiles Begleitmedium

Foto der mobilen Tastpläne mit Detailinformationen zur KZ-Gedenkstätte
Detailfoto der mobilen Tastpläne mit dem Register „Einführung“, „Heute“, „1945“ und „Legende“
Zwei Detailfotos eines Tastplanes zur Darstellung von Textseiten mit Braille- und Großschrift sowie eines farbigen taktilen Lageplanes
Detailfoto eines Tastplanes mit Darstellung einer transparenten Tastfolie zur Wegeführung

Inklusion im Detail

Foto eines Rollstuhlfahrers und einer blinden tastenden Frau an einem der Tastmodelle
Zwei Fotos einer tastenden blinden Frau bei der Einweihung der Tastmodelle
Gruppenfoto von tastenden blinden Menschen bei der Einweihung der Tastmodelle
Zwei Fotos von tastenden Mitgliedern des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes
Foto der Projektverantwortlichen der KZ-Gedenkstätte und der Agentur bei der Einweihung

Projektdetails

Projektumfang: Didaktikkonzept zur Umsetzung der Vermittlungsziele für blinde und sehbehinderte Menschen, Material- und Produktionsrecherche zur Produktion von robusten Tastmodellen, Konzeption und Umsetzung eines abschließbaren Modellträgers, Planung und Umsetzung der Tastmodelle inklusive Produktdesign und 3D-Daten-Erstellung, Grafikdesign von Begleitmedien mit taktilen Detailabbildungen in Deutsch und Englisch, Organisation und Durchführung von Fokusgruppenarbeit, Erstellung umfangreicher Audiodeskriptionstexte zur blindengerechten Bildbeschreibung, Produktion von Audiodateien, Produktionsbetreuung und –überwachung.

Foto der Montage eines Pappmodells als Funktionsmuster für den Modellbau