Kloster Dobbertin

Ausstellung Klosteramt

Klöster in Mecklenburg-Vorpommern waren nicht nur Stätten des kirchlichen Lebens, sondern wichtige wirtschaftliche Hotspots – das zu vermitteln ist die Aufgabe der Ausstellung im Kloster Dobbertin. Unser Job: Sicherstellen, dass Menschen mit verschiedensten Einschränkungen sich ein Bild vom Kloster und seiner umliegenden – nennen wir es Filialen – machen können.

In den historischen Räumlichkeiten des Klosters, das heute auch eine Wohnanlage und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen beherbergt, sollte eine neue Ausstellung einziehen, die die Geschichte des Klosteramts erzählt.

Uns inkl.Designer*innen war schnell klar, dass das eine sehr moderne Ausstellung in diesen ganz alten Räumen werden muss. Gemeinsam mit den Schweriner Innenarchitektur-Büro Baldauf und einem Kuratorinnenteam, bestehend aus Friederike Thomas, Sabine Kahle und Heidrun Derks, haben wir ein modernes Design entwickelt, das fast ausschließlich mit historischen Zutaten arbeitet.

Als ein alles warm umarmender Hintergrund für die Ausstellung, wurde eine Tapete entworfen. Alte Schriften aus der Hochzeit des Klosterlebens wurden mit modernen und passenden Schlagworten verwoben. Und auch die Ausstellungsmöbel spielen mit dem Kontrast historisch/modern. Auf futuristischen Drehwürfeln und in Glaskugeln erklären wir allen, die es wissen wollen, wer hier wie werkelte.

Im Dachgeschoss des Klosters beleuchten wir den Aspekt der „Gerichtsbarkeit“ eines Klosters. Der Diebstahl eines Silberlöffels, „Holzmauserey“, Ehebruch oder Trunkenheit – die Liste der menschlichen Verfehlungen, die im Kloster Dobbertin geahndet wurden, ist lang. Hatte das Gericht am Kloster ein Urteil gesprochen, wurde der Häftling sogleich in die Arrestzelle verfrachtet.

Heute finden die Besucherinnen und Besucher genau hier ein liebevoll gestaltetes, überdimensional großes Buch, in welchem sie alles über Delikte und Strafen erfahren können.

Ebenso detailverliebt haben wir ein 3D-Organigramm zu den Menschen, die im Klosteramt wirkten, gebaut. Mit seinen Infoschiebern kommt es wie ein Miniaturtheater daher und macht Geschichte lebendig. Wir inkl.Designer*innen wissen: Immer wieder sind es Menschen und deren Schicksale, die Vergangenes in der Gegenwart erlebbar machen. Anhand von fünf Klostermännern aus verschiedenen Jahrhunderten erzählen wir weitere spannende Geschichten.

Historisches Luftbild der Klosteranlage. Oben drauf ein Signet des Klosteramtes von 1883
Detailfoto eines beweglichen Schiebers des Organigramms mit Informationen zu den Amtspersonen des Klosterhauptamtes
Eine goldgelbe Farbfläche.
Foto mit Blick in das Deliktebuch, welches in einer der Arrestzellen ausgestellt ist. In ihm werden Gerichtsakten ausgestellt.
Detailfoto des Organigramms zur Vorstellung der Amtspersonen über bewegliche Silhouetten mit Fotos der Funktionsträger
Foto einer Informationstafel zur Geschichte des Amtsgerichtes
Das aufgeschlagene Präsentationsheft des Ausstellungskonzeptes fotografiert auf einem alten honigbraunen Holztisch. Die aufgeschlagene Seite präsentiert das Wandgestaltungskonzept. Die geöffnete Seite zeigt einen historischen Schriftschnitt im Detail in den Farben Schwarz und Gelb.
Der Treppenaufgang in der Ausstellung Klosteramt Dobbertin mit Blick von oben nach unten. Die Treppenluke ist mit einem weißen Gitter umrahmt. Die hölzernen Treppenstufen führen an einer Wand entlang, die mit gelben, blauen und grauen historischen Schriftzügen gestaltet ist. An der Wand ist ein geschwungenes, weißes Treppengeländer montiert.
Detailaufnahme eines Exponats. Eine Miniaturdarstellung einer Windmühle ist in einer transparenten Kugel eingefasst.
Eine dunkelblaue Farbfläche.
Das Foto zeigt eine Aufnahme aus dem Arbeitsprozess. Zu sehen sind ausgeschnittene schwarz-weiß Ausdrucke von Zeichnungen historischer männlicher Modefigurinen des 19. Jahrhunderts, die an eine Wand gepinnt sind. Die ausgeschnittenen Figuren sind mit blauen und grünen Post-It-Notizen beklebt.
Eine historische Aufnahme einer Wohnhausstraße in der Gemeinde Dobbertin. Die Sandstraße führt aus einer Allee großer Bäume heraus, die die linke Hälfte des Bildes dominiert. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Bauernhäuser, davor die Sandstraße, die im Vordergrund durch zwei Steinpfähle abgegrenzt wird.
Foto einer Ausstellungsinformation, umhüllt von einer transparenten Kugel
Foto des aufgeschlagenen Deliktebuches in einer Arrestzelle
Foto mit Ausstellungselementen und Signet des Klosteramtes von 1915

Grafisches Konzept

Detailaufnahme eines Exponats. Eine Miniaturdarstellung einer Windmühle ist in einer transparenten Kugel eingefasst.
Das Wandgestaltungskonzept. Ein historischer Schriftschnitt in den Farben Gelb und Blau wird im Detail erklärt.
Detailfoto in das Deliktebuch von 1844 mit Schilderung eines Falles
Grafische Aufbereitung der Geschichte zweier Delikte
Ausschnitt aus dem Organigramm: Layout der Zuordnung von Informationen zu den einzelnen Amtspersonen des Klosterhauptamtes
Schematische Darstellung mannsgroßer Silhouetten der Klosterhauptmänner als Ausstellungstafeln in der Ausstellung

Blick in die Ausstellung

Foto des Ausstellungsraumes mit Silhouetten einiger Klosterhauptmänner als Informationsträger
Foto des Ausstellungsraumes mit diversen Ausstellungselementen. Im Hintergrund eine Wandgroße Karte zu den Ausmaßen des Klosteramtes, im Vordergrund Tische mit den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen.
Foto des realisierten Organigramms zur Vorstellung von Amtspersonen in unterschiedlichen Hierarchie-Ebenen. Das Organigramm besteht aus beweglichen Silhouetten und Zusatzinformationen
Foto einer Arrestzelle mit Silhouette eines auf einer Pritsche sitzenden Gefangenen und einer Informationstafel
Foto einer Arrestzellen-Wand mit grafisch aufbereiteten Informationen zu Delikten und den jeweiligen Strafmaßen
Foto in eine Arrestzelle. Auf einem Tisch ist das überdimensional große Deliktebuch befestigt.
Foto einer Wand mit Foto-Motiven von Stiftsdamen und Klosteranlage

Projektdetails

Projektumfang: Entwicklung Publikationskonzept für ersten inklusiven Gemäldeführer Deutschlands, Entwicklung Buchinhalte (Auswahl Gemälde und Hintergrundinformationen), Entwicklung neuartige Produktionsmethode zum großtechnischen Druck transparenter Brailleschrift, Erstellung blindengerechter Bildbeschreibungen und Texte, Konzeption und Digitalisierung der Tastabbildungen, Layout und Grafikdesign, Betreuung Studioaufnahmen Audio-CD, Produktionsbetreuung